Wahlwerbung Fail

by Vash 27. Juni 2009 00:06

Die Note F in den Vereinigten Staaten entspricht unserer Note "ungenügend", also 6, dem schlechtesten denkbaren Ergebnis für einen Schüler. Das Wort Fail passt perfekt dazu, denn es beginnt nicht nur mit einem F sondern bedeutet übersetzt ebenfalls "ungenügend". Im Internet werden Fotos über Ereignisse so betitelt die wahrlich ungenügend sind. Eine kurze Suche bei Bing liefert zahlreiche Treffer, falls Sie wissen möchten was ich genau meine.

Als ich eine Wahlwerbung der SPD betrachtete und diese mit deren herausragenden Ergebnissen bei der Europawahl in Verbindung brachte, kam mir eine Idee. Zunächst wollte ich nur eine satirische Nachahmung des Slogans machen (s.u.). Viel besser gefiel mir aber die Corporate Identity der Werbung nachzumachen, die Partei aber nicht direkt zu nennen, sondern das Parteiakronym durch das erläuterte "Fail" zu ersetzen. Das erhöht die subtilität ... geringfügig, ok.

Ich rufe nun alle kreativen Menschen auf, sich einen der üblichen nervigen Worthülsen unserer Lieblingsparteien, vor allem aber CDU und SPD, zu schnappen und ein "Wahlwerbung Fail" zu erstellen. Seht es ruhig als einen Contest an, in dem wir unseren Himmelfahrtsparteien zeigen, wie politikverdrossen wir wirklich sind. Auf das der Online Wahlkampf seine nächste Stufe erreicht. :-)

 

Foto von Garyisajoke, Lizenz CC-BY-SA, Remix by Vash

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Pirat | Satire

Warum muss es immer erst knallen ...

by Vash 24. Juni 2009 19:18

... bevor was passiert? Wir erleben in Deutschland einen schleichenden Abbau der Grundrechte. Um zwei der wichtigsten Vertreter für diesen Grundrechteabbau zu nennen:

  • Die Vorratsdatenspeicherung greift so ziemlich jeden Bürger an. Eine Email, ein Telefonat, ein Click im Internet: alles wird mitgeloggt durch die meisten Zugangsanbieter. Da hat man ja kaum noch eine Chance nicht überwacht zu werden. Da die meisten Bürger keine Verbrecher sind, ist das Missverhältnis dieser Maßnahme leicht zu erkennen: Weil einige wenige Mist bauen werden, muss ab sofort jeder Rechenschaft ablegen. Das ist ein Generalverdacht, die Unschuldsvermutung ist hier also bereits - analog zur Rasterfahndung - aufgehoben. Die Rasterfahndung wird in der Regel aber auch nicht dauernd eingesetzt, sondern nur wenn Anlass dazu besteht. Das Internet ist zu einem Ort mutiert, an dem jeder Klick für 6 Monate zu einem Verhängnis werden kann. Allein die schiere sich ansammelnde Datenmenge bietet einen gewissen, wenn auch begrenzten Schutz. Die Leistungsfähigkeit moderner Computer und immer geschickter programmierter Software, heben das langsam wieder auf. Jeder kann rein zufällig in das Visier eines Fahnders gelangen. Ist es erstmal soweit, dann ist der Ruf auch schnell ruiniert.
  • Das Zugangserschwernisgesetz soll helfen Kinderpornographie so unterdrücken. Die selben technischen Mittel lassen sich aber dazu einsetzen vorsätzlich aber auch unbeabsichtigt, die Kommunikation (erneut im Internet) zu beeinflussen. Hier ist kein Richter der entscheidet: Dies ist nicht legal, hier darf der Staat eingreifen. Hier soll das BKA entscheiden - es hat sich also aus seiner stillen Rolle des Arm des Gesetzes emporgearbeitet und langt sich im wahrsten Sinne des Wortes ans Hirn! Wer dagegen ist, wie es die SPD hätte sein können, rechnet mit schlechter Presse und hält der CDU lieber die Steigbügel. Ein Schuss der zwangsläufig nach hinten los geht: Die Menschen die die Grundrechte gefährdet sehen wenden sich von der SPD ab, diejenigen für die das Internet ohnehin nur ein Sündenpfuhl ist, nehmen die CDU als treibende Kraft wahr. Mit solchen Entscheidungen wird die SPD in Zukunft viel mehr in der Liga von FDP und Grünen spielen, während sich die CDU - trotz Verlusten - als letzte "Volkspartei" behaupten kann, die besten Speichellecker aussuchen kann.

Nun warum protestiert niemand dagegen? Oh es tut sich schon was. (Nicht nur selbst ernannte) Internetexperten haben das Vorgehen kritisiert. Die Piratenpartei mobilisiert eine wachsende Schar an Anhängern und Wählern um für mehr Freiheit und Demokratie einzustehen. All das wird jedoch öffentlich nicht wahrgenommen. Interessanter und Medienwirksamer sind

  • Bildungsstreiks. Auch dies ist eine wichtige Bewegung. Bildung braucht Qualität und die wurde in Deutschland lange Zeit hinten angestellt - erst als die Pisastudie kam sind Land und Leute aufgewacht und realisierten das jahrelang vor sich hin kränkelnde Gespenst Schule.
  • Iran. Ironischerweise wird hier ein Volk anscheinend unterdrückt. Meinungsfreiheit wird unterbunden in dem die Regierung versucht die Kommunikation nach aussen zu stören, ja zu sperren. Pressefreiheit: Ausländische Journalisten werden des Landes verwiesen. Der Versammlungsfreiheit wird mit Gewalt begegnet. All das sind so drastische Schritte das jeder hinguckt. Aber die Vorgänge im eigenen Land werden wie so oft ignoriert, weil man bereits Satt ist von den Bildern im Fernsehen.

Selbst der Übertritt des Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss wird nur am Rande registriert. Ein paar Leute sind interessiert, fragen sich warum? Die Netzgemeinde macht sich schlau und stürmt die Webseite seiner neuen Partei. Diejenigen die verstehen dass es hier ein ernsthaftes Problem gibt, sind erstaunlich schnell dabei sich für die Grundrechte stark zu machen. Nur der breiten Masse fehlt es noch an Schwung. Liegt es daran, dass die ältere Generation so groß ist und froh ist wenn sie weiß wie man den Computer anschaltet? Oder liegt es an deren Bequemlichkeit sich auf was Neues einzulassen? Ich weiß es nicht ... aber so lange noch Hoffnung für den Rechtsstaat besteht, werde ich mich für ihn stark machen!

 

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Pirat

Volker Pispers erklärt die Zensur

by Vash 24. Juni 2009 00:05

Der Kabarettist Volker Pispers hat ebenfalls bemerkt was Frau Leyenhaft so alles von sich gibt. In zwei Minuten eine Zusammenfassung die jeder kennen sollte gibt es hier:

http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/detail.phtml?id=493439

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Pirat | Satire

Jörg Tauss wird Pirat

by Vash 20. Juni 2009 23:33

Der ehemalige SPD Politiker Jörg Tauss ist nun Mitglied der Piratenpartei Deutschland. Ich freue mich über seinen mutigen Schritt, aber warne ich gleich vor: Die Piraten sind sicherlich nicht dass, was man mit einer möglicherweise stark strukturierten Partei wie der SPD erwarten kann! Trotzdem willkommen.

Update: zweites Video eingefügt mit Tauss Rede vor der SPD Zentrale

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Pirat

"Netz-Anarchos und trojanische Pferde" - Teil 2

by Vash 20. Juni 2009 22:14

Antwort auf: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1803746

Auf meinen Leserbrief: "Netz-Anarchos und trojanische Pferde" (Herfried Münkler) hat Herfried Münkler indirekt geantwortet. Offenbar hat er eine Masse an Reaktionen erhalten, die er nicht individuell beantworten möchte (was ich verstehen kann). Ich möchte hier an diesere Stelle Auszüge seiner Antwort kommentieren. Zusammenfassend sei gesagt, dass Herr Münkler sich nicht weit von seiner ursprünglichen Meinung weg bewegt hat. Das war zwar nicht zu erwarten, es zeigt aber die Problematik der gesamten Diskussion zwischen Befürworten und Gegnern der Zensur: Die Gegner können die Natur des Internets nicht verstehen. Einerseits fehlt es Ihnen an technischem Hintergrundwissen um die Argumente zu verstehen. Andererseits haben sie ein offensichtlich strapazierfähiges Vertrauen in die Regierung

Der Einwand [Kinderpornographie sei am Kiosk wie im Netz unter Strafe gestellt] übersieht freilich, dass die Formen der Verbotsdurchsetzung sich am Kiosk und im Netz voneinander unterscheiden, ebenso im Übrigen wie die Peinlichkeitsschwellen und die Befürchtung, als Konsument erwischt und zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Es gibt Vermutungen zu dem Thema, dass Kinderpornographie sich nicht öffentlich im Netz breit macht, wie die Regierung suggeriert. Es nutzt es höchstens als Kommunikationsmedium, nicht jedoch als Werbemedium. Die CDU konnte - auf Nachfrage der FDP - keine Daten vorweisen die den Verdacht erhärten es gebe eine große Anzahl an entsprechenden illegalen Inhalten im Netz. Daraus folgere ich dass es sich bei dem neuen Gesetz a) um Aktionismus handelt und dass es b) unverhältnismäßige Massnahmen ergreift. Der Aufbau einer Zensurinfrastruktur für ein minimales Problem (frei verfügbare Kinderpornographie im Netz, zu dem keine Zahlen vorliegen - diese würde es geben wenn man wenigstens eine relevante Anzahl an Beispielen gefunden hätte) ist Unverhätnismäßig.

Die Befürchtung dass man erwischt wird, scheint derart hoch zu sein, dass die Infiltration eines Kinderpornorings für einen Ermittler extrem schwierig zu sein scheint. Ansonsten würde man diese - laut CDU weitverbreitete Problematik - anhand entsprechender Festnahmen und Verurteilungen in den Medien verfolgen können. Das Netz mag anonym machen, aber der Vergleich mit einem Kiosk ist nicht stimmig. Vielmehr müsste man

Eine Rechtsordnung ist nur dann verhaltenssteuernd, wenn mit ihrer strafbewehrten Durchsetzung gerechnet werden muss.

Herr Münkler geht nicht auf die Tatsache ein, dass das vorliegende neue Zugangserschwernisgesetz nicht verhaltenssteuernd wirken kann, wenn es in einen Raum eingreift, in dem sich die Kriminellen ohnehin nicht aufhalten. Ich bin so frei zu behaupten, dass wir beide nicht mit Sicherheit sagen können, wo genau sich die kriminellen aufhalten. Das Internet aber unter Generalverdacht zu stellen halte ich für falsch und die Zensurinfrastruktur dürfte gar nicht erst installiert werden.

Im Zeitalter der Pferdekutschen hat es keine radargestützte Geschwindigkeitsüberwachung gegeben. Sie war auch nicht nötig.

Bitte verzeiht mir, wenn ich vermute dass Herr Münkler Scheuklappen aufsetzt. Bloss weil Pferde nicht so schnell sind wie Autos in unserer Zeit, scheint er Verkehrsunfälle nur in unserer Zeit für möglich zu halten. Ich behaupte dass es rücksichtslose Reiter und Fahrer von Kutschen bereits im Mittelalter gegeben hat, die mit durchaus mal ein paar wehrlose Bauern niederritten. Hätte es damals ein Gesellschaftssystem wie heute gegeben und die nötige Technologie, so hätten die Menschen ungeachtet ihrer Stellung Beweise für rücksichtsloses Verhalten darbringen können. Eine Verkehrsüberwachung wäre also auch im Mittelalter notwendig gewesen, nur war die Menscheit noch lange nicht so weit entwickelt.

Was wir heute erleben ist das Gegenteil dessen was im Mittelalter passierte. Wir haben mehr Möglichkeiten und Werkzeuge zu Verfügung und damit mehr Macht und mehr Verantwortung bei der Auswahl und dem Nutzen der Methoden die möglich sind. Wir als Staat haben und werden mehr Möglichkeiten haben uns zu überwachen als nötig ist. Und genau das wird nun missbraucht.

[...] Es erstaunt, dass das, was sonst selbstverständlich ist, nicht gelten soll, wenn es um das Internet geht. Die naheliegende Erklärung solcher Begriffsstutzigkeit lautet: Hier ist Ideologie im Spiel.

Eine andere mögliche Interpretation wäre, dass es sich um Begriffsstutzigkeit der Personen handelt, die die Zensurmassnahmen befürworten. Sie wollen nicht sehen dass es sich um ein unverhältnismäßiges und die Demokratie gefährdendes Gesetz handelt, weil sie der Meinung sind mit einem der schlimmsten aller Verbrechen, alles oder zumindest vieles, legitmieren zu können.

[...] wobei stets darauf zu achten ist, dass die Eingriffe des Staates in der virtuellen Welt denselben Anforderungen der Rechtlichkeit und Überprüfbarkeit unterliegen wie die in der realen Welt.

In diesem Fall, dürfte nicht das BKA selbst beschließen, ob eine Seite geseperrt werden soll oder nicht. Es müsste einen Richter informieren, welcher - analog zur Hausdurchsuchung - der Polizei die Ausnahmeerlaubnis erteilt die Grundrechte vorübergehend nicht zu beachten um Ermittlungen durchführen zu können. Führt man diesen Gedankengang fort, erscheint es absurd, dass ein Richter es erlauben würde einen kriminellen zunächst vor der Öffentlichkeit zu schützen, bevor er Dingfest gemacht wird. Dies aber ist genau was mit den "Stoppschildern" passieren wird.

Man muss freilich ein wenig Vertrauen in die Ordnung des Rechtsstaates haben. [...]

Ich habe sehr viel Vertrauen gehabt. Ich sehe aber nun nicht mehr länger zu wie nach Vorratsdatenspeicherung und Zensur... entschuldigung, Zugangserschwernisgesetzen die verantworltichen Parteien dieses Vertrauen missbrauchen, um sich kurz vor der Bundestagsparteien, bei den Menschen lieb Kind zu machen und nebenbei (möglicherweise unbewusst) die Demokratie abschaffen.

Einige haben sich beklagt, ich hätte sie als kriminelle Geschäftemacher oder als Anarchisten bzw. Kommunisten bezeichnet. [...] Was ich aufgeführt habe, sind die Extreme derer, die sich unter der Fahne der Netzfreiheit versammelt haben; mitnichten sind damit alle gemeint.

Bitte akzeptieren Sie die Kritik, dass wenn man alle meint, die Beschreibung der Extreme ein schlechtes Beispiel darstellt. Sonst könnte man auch mit Ihren Worten auch Deutschland so beschreiben - diese Formulierung die folgt ist fiktiv, entspricht hoffentlich niemandes Meinung, ist überspitzt und schmerzt mich beim Schreiben sehr, aber ich glaube Sie verstehen sonst die Kritik nicht:

"Es ist ein eigentümlicher Staat, der zwischen Polen und Frankreich liegt. Einerseits kriminelle Banker, die das Bankwesen benutzen, um gefährliche Wertpapierderivate an den Sparer zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Neonazis, die ihre antisemitischen oder arischen Ideen in der realen Welt der Gegenwart realisieren wollen."

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Pirat

Mahnwache in Karlsruhe

by Vash 20. Juni 2009 17:25

Nachdem am 18. Juni 2009 der Bundestag beschloss ein "Zensur"-Gesetz unter Missbrauch missbrauchter Kinder, fanden und finden derzeit noch in mehreren Städen in ganz Deutschland Proteste statt. In Karlsruhe war ich dabei. Dort fand eine Mahnwache statt, wobei rund 200 Teilnehmer den Artikel 5 des Grundgesetzes symbolisch beerdigten. Zu Beginn sammelten sich die Trauergäste im "kleinen Kreis" und zündeten Grablichter an. Anbei eine kleine Bilderstrecke:

Die Trauergäste versammeln sich.

 

Transparent

 

Transparent 2

 

Der Organisator Norman begrüßt die "Trauergemeinde"

 

Abhaltung der Mahnwache am Sarg des Art. 5, Grundgesetz
(Im Hintergrund das Karlsruher Schloss)

 

Die Trauergemeinde, mit Blick auf die Karlsruher Pyramide

 

Symbolische Beerdigung des Artikel 5

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Pirat

"Netz-Anarchos und trojanische Pferde" (Herfried Münkler)

by Vash 18. Juni 2009 08:57
Antwort auf:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/meinung/kommentare/?em_cnt=1800776&

Sehr geehrter Herr Münkler,

in Ihrer Kolumne der Frankfurter Rundschau verstehen Sie die Internetbewegung, oder zumindest einen Teil davon, bereits im Titel des Textes als Netz-Anarchos. Bitte erlauben Sie mir als vermeintlichem "Anarcho" (ich widerspreche zutiefst) hierzu Stellung zu beziehen.

Sie schrieben: "Das Gesetzesvorhaben sollte bloß sicherstellen, dass das, was für Printmedien gilt, auch im Internet gelten soll: dass der Erwerb von Kinderpornografie unter Strafe steht." Ich behaupte, der Erwerb von Kinderpornographie stand bereits vor dem Gesetzvorhaben der Regierung unter Strafe. In allen unserer Lebensbereiche, darunter auch das Internet. Das ist es was dieses Gesetz praktisch überflüssig macht. An der mangelhaften Durchsetzung der vorhandenen Gesetze ändert das neue Gesetzvorhaben leider nichts. Im Gegenteil: es wird wertvolle Arbeitszeit der Kriminalbeamten zur Umsetzung dieses neuen Gesetzes kosten. Dies ist Zeit die besser in die tatsächliche Verfolgung der Kriminellen gesteckt werden sollte und in die Löschung der kritisierten Inhalte. Entsprechend entdeckte Inhalte wurden bereits bereitwillig durch die sog. Provider gelöscht - gemeldet durch Privatpersonen im Übrigen. All dies ignoriert die Regierung geflissentlich, warum ist mir ein Rätsel.

Sie schreiben "Die Freiheit des Internets müsse gegen staatliche Einflussnahme verteidigt werden." Nennen Sie doch bitte das Kind beim Namen: Es handelt sich um einen beschränkenden Eingriff in die Infrastruktur der Kommunikation. Dies ist gemeinhin als Zensur bekannt. Ein geringerer und zu begrüßender Einfluss wäre gegeben wenn die Provider per Gesetz in die Pflicht genommen worden wären, illegale Inhalte sofort zu löschen, sobald sie davon Kenntnis erlangen. Was die Provider ohnehin selbst bereits bereitwillig tun. Darüber hinaus verbieten die Provider ihren Kunden (in den meisten AGBs explizit nachzulesen) illegale Inhalte zu verbreiten.

Sie schreiben "Diese Position einer prinzipiellen Verbotsabwehr verbindet sich mit der Auffassung, in der virtuellen Welt des Internets hätten die Eigentumsansprüche, wie sie in der realen Welt erhoben werden, keine Geltung [...]" Grundsätzlich ist die entsprechende Bewegung dafür, das Urheberrecht den Umständen des Internest anzupassen und Privatpersonen in einen rechtssicheren Raum zu bringen, um sie vor der unternehmerischen Willkür von Rechteverwertern zu schützen. Eine komplette Leugnung der Eigentumsansprüche wird höchstens von Einzelpersonen befürwortet, welches Sie offenbar nicht davon abhält dies der gesamten Internetbewegung unterzuschieben. Bitte beachten Sie auch dass diese Diskussion eigenständig geführt werden sollte und nicht im Zusammenhang mit Zensur oder Kinderpornographie.

Sie schreiben "Einerseits kriminelle Geschäftemacher, die das Internet benutzen, um verbotene Produkte an den Mann zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Freiheitskämpfern, die ihre anarchistischen (kein Staat!) oder kommunistischen Ideen (kein Eigentum) in der virtuellen Welt des Internets realisieren wollen." Sie versuchen die Anhänger der Bewegung als kriminell oder z zumindest staatsfeindlich zu diskreditieren. In Wahrheit sind die meisten Anhänger überzeugte Demokraten, deren stärkste Kompetenzen und Befürworter sich in und um bestimmte Parteien sammeln, den Oppositionsparteien wie z.B. FDP oder Grüne im allgemeinen, den Piratenparteien in Europa und in Deutschland im besonderen, zu deren Mitgliedern ich mich ebenfalls zähle. Wir nehmen das Recht wahr unsere spezielle Meinung mit Hilfe einer basisdemokratischen Partei zum Ausdruck zu bringen. Niemand befürwortet hier die Verbreitung verbotener Produkte. Wir befürworten die effiziente Strafverfolgung von Kriminellen und wir sind gegen eine Beschneidung der Freiheiten des Bürgers, sei es nun im Internet oder in der Realität.

Ich widerspreche ebenfalls Ihrer Auffassung, dass es sich bei dem Internet um eine Parallelwelt handelt, die von unserer Realität getrennt zu sein scheint. Das Internet ist hier und jetzt und damit in der Realität vorhandenes, technologisches Medium der Kommunikation. Da es sich in erster Linie um, sowohl im engeren technischen Sinn als auch im weiteren übertragenen Sinn, um Kommunikation handelt, kann keinem demokratisch orientierten Menschen daran gelegen sein, dass der Staat dieses Medium beschränkt.

Ich gehe soweit zu behaupten, dass sich der inoffiziellen vierten Säule der Gewaltenteilung, der Medien, das Internet als sein stärkstes Verbündetes herauskristallisiert. Umso dramatischer das Vorhaben der Regierung dieses zu beschneiden. Diese wurde bereits durch die Vorratsdatenspeicherung angegriffen, die im übrigen nicht nur das Internet gefährdet sondern auch die Kommunikation von ehedem geschützter Presse und Ihrer Informanten, dem Anwalt und seinem Mandanten und nicht zuletzt dem Mediziner und seinem Patienten. Es entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten der Exekutive und wir alle, auch Sie und ich, sind davon betroffen.

Mit freundlichem Gruß

Alexander Schwoch

 

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Pirat

Du bist Terrorist

by Vash 16. Juni 2009 22:47

Das Video "Du bist Terrorist" von Alexander Lehmann habe ich auf meinem Webspace im WMV Format gehostet. Damit lässt es sich auch perfekt an die Xbox 360 streamen oder ohne weiteren Codec unter Windows Systemen abspielen. Viel Spaß beim gucken.

Datei Download: DuBistTerrorist.wmv (45,7 MB)

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Pirat | Satire

Internetsperren? Druck machen!

by Vash 16. Juni 2009 08:58

Um den Druck auf die Regierung gegen die Internetsperren zu erhöhen habe ich folgenden Brief verfasst. Ich versende ihn an diverse ausländische Medien. Ich werde die Liste der angeschriebenen Zeitungen und ggf. Reaktionen später veröffentlichen.

Censorhip in Germany.docx (15,51 kb)

Censorhip in Germany.xps (211,30 kb)

Censorhip in Germany.pdf (152,70 kb)

Der Wortlaut wie folgt:

Dear Sir or Madam,

please note this is an open letter, more information at the end of this letter.

I would like you to catch a glimpse of the German government and its attempt to censor the internet. This is a quite difficult topic - even here in Germany - and I will try to explain it to you in a few words. If I miss something or you have further questions please do not hesitate to ask me. Also I want to excuse my English, it might be not as firm as to school times.

At first I want to introduce myself and tell you my motivation for writing this mail. My name is Alexander Schwoch, 28 years old, working as software developer at a company with 80 employees. I am member of the German Pirate Party and member of the "Gesellschaft für Informatik" (GI) one of the largest associations for computer science in Germany. However this is not an official letter and contains only my personal point of view though the position of the Pirate Party is very close if not identical.

Now I want to explain our governments plans and the problems that arise with the plans of the German government. A free internet is something we all like to enjoy. However most people who really fight for this right are the young generation in Germany as well as technicians and qualified people who have a minimal understanding of how the internet works.

The tool of censorship is a stop sign. The Christian Democratic Union Germany (CDU), currently in the government in coalition with the Social Democratic Party of Germany (SPD), wants to display a website with a stop sign to all internet users who access websites containing child pornography on the internet. If this would be so easy as it sounds, I suppose everyone would say "Yes, this is a good idea". I for myself never stumbled across child pornography - in contrary to German politicians who tell the people that this is happening each day.

But there are problems, problems that threaten freedom and which leads us to the surveillance state which no one really wants. I want to list the details of these problems here, however this list might not be complete:

  • Realizing the technical part of surveillance to display stop signs to internet users, can be extended to less fatal crimes than child pornography. In fact there are declarations of politicians who do not deny this and at least want to think about a possible extension.
    But even the smallest extension of this leads to a situation that is already exercised in China, where a free and uncontrolled internet seems to be an utopia. Chinese people are told that they are controlling pornography, although they seem to repress the freedom of opinion together with controlling the internet.
    Right in this moment in Iran the access to the internet is being restricted, due to arbitrary acts by the government.

  • There are already (young) laws in Germany - that also are being strongly criticized - like the telecommunications data retention. This could be used by the police to control anybody using telephone, email or the world wide web. Although this is preserved for criminal actions, nobody can tell when and how this will be abused. However this already could be used to pursuit criminals creating and distributing child pornography.
    There are companies that already want to use the preserved data to sue people who downloaded illegal music from the internet. Although this was forbidden by the court, nobody can tell how long this will stay so. 

  • The technical realization is not safe, meaning the currently planned implementation of displaying stop signs can be bypassed easily by anyone with little technical knowledge. There are already manuals how to establish this in the internet. As this is basic knowledge for everybody with an IT education I will not cite this.

  • The list of the websites containing illegal material shall be held by the BKA, a German federal police department, which can be compared to the FBI. At the moment nobody knows who will administer this list. There are no or little plans who shall control this list. It is commons sense that a list like this can be abused itself. It is unknown how anyone who is (innocently) listed on this list can answer back to this. It is unknown when and how this list is taken care of, meaning old entries should be removed when no illegal content is being held there (anymore).

  • Criminals could be warned by the stop sign displayed on their website. They can now take actions to move to another URL which has no stop sign. And they are being warned and are able to destroy evidence which could be useful when they stand before the court.

  • In my opinion one of the biggest problems: No child is saved by these stop signs. People accidently coming across such a website could be tracked down. I am sure you can imagine of how the suspicion of having something to do with child pornography can destroy someone's live. Meanwhile the distributor of the content might get away with this, see above. So it might be a little harder, but not impossible to access illegal content. Child abduction shall be punished, but German government tries to punish everyone else in developing the surveillance state instead to aid classic investigation methods and lock down the real criminals.

Right at this moment a petition addressed to the German government can be signed, which challenges the government to not enact a law for the arbitrary display of stop signs, as described above. This petition was signed by over 128000  petitioners which is almost a record. Up until now this is the second largest petition ever in the history of Germany, maybe this changes during the day. The petition can be accessed in German language here: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Additional links - all in German language:

·         The current draft for the law, as described above, is available here as PDF: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612850.pdf

·         The official position of the "Gesellschaft für Informatik e.V" is available here: http://www.gi-ev.de/no_cache/aktuelles/meldungsdetails/meldung/statt-internetsperren-kinderpornografie-ernsthaft-verfolgen-222.html

·         The official position of the "German Pirate Party" is available here: http://www.piratenpartei.de/presse/Rettet%20das%20Internet

Please note this is an open letter. Other addressees will receive or already have received this letter as well. I will publicize this letter and maybe reactions on it, at my blog available at http://blog.palc.de

I look forward to hearing from you and maybe I will read something in your online magazine about this topic.

 

Very truly yours

Alexander Schwoch

 

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Pirat

Musik Flatrate

by Vash 15. Juni 2009 21:48

Der Spiegel berichtet von einer Musik Flatrate. Ein pauschaler Betrag pro Monat sorgt dafür dass man sich alle (freigegebenen) Musikdateien eines Labels legal herunterladen darf. Haken an der Sache: Die Dateien sind mit sogenannten Wasserzeichen ausgestattet.

Wasserzeichen in Musikdaten überleben sogar ein sogenanntes Downsampling (abspeichern der Musik in schlechterer Qualität) oder ein Überspielen auf ein analoges Medium wie ein Kassette. Erst wenn die Musik wie ein schelchtes Telefongesrpäch klingt werden die Überlebenschancen für das Wasserzeichen gering. Nur wer will dann noch das Musikstück hören.

Die Gefahr bei der Sache: Man sieht, im Gegensatz zu einem Geldschein, das Wasserzeichen einer digitalen Datei nicht an. Man kann also als User nicht überprüfen ob die Datei im wahrsten Sinne des Wortes gebrandmarkt ist oder nicht. Das kann zu Problemen führen, etwa wenn ich mir eine legale Privatkopie anlege. Gelangt diese un-/beabsichtigt in den Umlauf kann man unter Umständen meine Idtentität nachvollziehen.

Grundsätzlich spricht ja nichts gegen Strafverfolgung wenn das Gesetz übertreten wurde. Nur könnten hierüber wieder einmal vollkommen unschuldige unter Tatverdacht geraten. Ist man erstmal im Visier von Fahndern dann wird man den Verdacht ja auch nur schwer wieder los. Daher mein Urteil: Flatrate OK, aber bitte mehr Details zum Wasserzeichen veröffentlichen und es am Besten ganz sein lassen.

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Pirat

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