Monokulturen im Betriebsystemmarkt

by Vash 26. August 2009 21:58

Auf http://windows7sins.org/ wird von der Free Software Foundation (FSF) eine Kampagne gegen proprietäre Software im allgemeinen und gegen Windows im speziellen betrieben. Ich finde es zwar immer gut, wenn man betont dass es neben Windows noch etwas anderes gibt. Meiner Meinung nach sollte die FSF sich aber eher konstruktiv betätigen. Was sie macht erweckt den Eindruck sie favorisieren die Idee eine Monokultur auf Linuxbasis. Dies möchte ich im folgenden erläutern in dem ich ihre Argumente gegen Windows kommentiere:

1. Poisoning education: Dies FSF behauptet dass Microsoft sich in Ausbildungseinrichtungen breit macht. Damit hat sie auch recht, denn Microsoft sieht in dem Schüler von heute einen Kunden von morgen. Die Methoden sollten kritisiert werden, wenn es um Korruption geht, aber das ist dann ein grundsätzliches Problem und nicht eines von Windows im Schulbetrieb. Schlimmer fände ich es wenn Microsoft das nicht tun würde. Dann hätten die Schüler aus kostengründen nicht die Möglichkeit sich auch(!) mit Windows als Betriebssystem zu befassen, wobei es in der Wirtschaft als Desktopbetriebssystem ein Quasi-Monopol gibt.

Die FSF täte gut daran, Linux als zusätzliche Alternative zu Windows zu bewerben. Alternativ könnte sie die daran arbeiten die recht hohe Hürde für Linux als Alternativsystem für junge und nicht technik-affine Leute zu senken.

2. Invading privacy: Die FSF behauptet Microsoft würde das Windows Genuine Advantage Programm missbrauchen um Daten auf unseren Festplatten auszuspähen. Laut Microsoft werden in der Tat Daten des PCs übertragen. Dabei handelt es sich um Einstellungen von Windows, Seriennummern und Versionsnummern von Hardware. Dies widerspricht dem Eindruck, Microsoft würde sämtliche Daten unserer Festplatte scannen.

Die FSF sollte statt dessen darauf hinweisen, welche Daten gesammelt werden und dass auch dies ein Teil der Privatsphäre eines jeden Computerbesitzer ist/sein könnte. Als Pirat möchte ich betonen, dass die Praxis von Microsoft aus Datenschutzrechtlichen Gründen bedenklich ist. Die FSF sollte darauf hinarbeiten, dass die ein unabhängiges Kontrollgremium darüber wacht, dass keine unrechtmäßigen Daten erhoben werden.

3. Monopoly behavior: Die FSF kritisiert, dass Microsoft die Hersteller dazu drängt Windows auf ihren Geräten zu installieren. Das ist möglicherweise aus kartellrechtlichen Punkten gesehen gesetzeswidrig. Falls nicht, dann muss man dazu sagen, dass auch die Hersteller kritisiert werden müssen die auf solche Verträge eingehen und auch die Käufer die solche Systeme kaufen. Andererseits gibt es zum Beispiel auch keinen Mac mit Linux sondern man erhält immer Mac OS dazu geliefert.

4. Lock-in: Die FSF kritisiert, das Microsoft den Support für alte Produkte einstellt und den User damit dazu nötigt sich neue Versionen und neue Hardware zu kaufen. Ich vermute die FSF würde sich also auch darüber aufregen, dass Daimler für ihre 100 Jahre alten Wagen keine Erstatzteile mehr anbieten. Das ist der Lauf der Zeit, gerade als FSF sollte man Neuentwicklungen begrüßen. Darüberhinaus laufen ältere PCs mit Windows 98 noch hervorragend. Problematisch sind natürlich Sicherheitsaspekte, aber auch Autos hatten ursprünglich weder Airbag noch Gurt. Versucht auch mal auf einem vergleichbaren PC eine aktuelle Linuxdistribution mit aktueller Software laufen zu lassen. Das ist genauso lahmarschig wie Vista auf einem Pentium 100.

5. Abusing standards: Die FSF kritisiert dass Microsoft Standards missbraucht. Willkommen in der freien Wirtschaft. Microsoft beugt sich nichts destotrotz, unwillig aber langsam dem Druck der neuen offenen Formate. Natürlich versuchen sie ihren Wettbewerbsvorteil zu halten in dem sie neue Formate nicht von Beginn an unterstützen. Wirklich vorwerfen kann man ihnen das nicht. Sicherlich gibt es Nachteile die sich daraus ergeben, die sind aber für Anwender eher unsichtbar. Der Anwender möchte nur ein Dokument öffnen können was er zuvor abgespeichert hat. Neue Formate können mit kostenfreien Ansichtsprogrammen zumindest angesehen werden (etwa Word Viewer).

6. Enforcing Digital Restrictions Management (DRM): Die FSF kritisiert zu recht, dass Microsoft auf die Anfrage von NBC verhinderte dass man mit dem Window Media Center eine Aufzeichnung von bestimmten Sendungen anfertigen konnte. Leider hält diese Idee gerade Einzug in den Fernsehstandard HD+, dem Nachfolger von HDTV. Microsoft hätte sicherlich mehr für den Kunden herausholen können. Andererseits wer benutzt Windows schon zum Fernsehen? Es gibt auch andere Programme mit denen man entsprechende Sendungen empfangen und aufzeichnen kann.

7. Threatening user security: Die FSF wirft Windows vor viele Sicherheitslücken zu haben. Damit haben sie sicher nicht unrecht - aber Vista und das neue Windows 7 sollen hier erheblich besser geworden sein. Für das neue Windows scheute Microsoft sich nicht zwei Programmierer vor einen PC zu setzen. Der eine programmiert, der andere überwacht. Das soll ein Grund für die von der Presse bisher positiven Kommentare gegenüber Windows 7 und sorgt sicher auch für weniger Sicherheitslücken.

Was die FSF hier verschweigt, ist dass freie Software ebenfalls von Sicherheitslücken nur so tropft. Zahlreiche Foren und Serverprgramme zum Emailversand müssen regelmäßig aktualisiert werden. Gerade weil es populäre Programme gibt an denen auch keine professionellen Programmierer arbeiten, wird das sicher auch immer in etwa gleich bleiben. Nur die größten Programme sind etwas besser, aber auch diese müssen stetig aktualisiert werden. Beispiel Firefox 2 gibt es mehr als 10 Versionen die fast alle diverse Sicherheitslücken stopfen. Wieviele es noch gibt weiß leider keiner, weder die FSF noch Microsoft. Solche Probleme werden nicht allein durch freie Software eliminiert. Erst kürzlich gab es einen Fall in dem die Quellen eines Open Source Programms von dritten manipuliert waren, was erst relativ spät entdeckt wurde.

 

Fazit: Ich möchte hier nicht Microsoft in Schutz nehmen. Wichtig ist mir zu zeigen dass das große Problem die Monokultur Windows ist und diese nicht verbessert werden kann in dem man sie durch die Monokultur Linux ablöst. Leider schlägt die FSF aber genau in diese Kerbe, in dem sie so tut als wäre freie Software das einzig wahre. Es gibt ebensoviele gute freie wie kommerzielle Programme. Und wie alles was von Menschen erschaffen wurde, werden überall Fehler zu finden sein ;)

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Winzigweich

Print vs. Web

by Vash 15. August 2009 11:29

Die großen Zeitungen der klassischen Printmedien betreiben auch mehr oder weniger umfangreiche Portale im Internet. Zum Beispiel Spiegel Online als eines seiner erfolgreichsten Vertreter. Die Printmedien machen sich aber in letzter Zeit verstärkt sorgen um Ihre Existenz, denn während das Internet an Bedeutung gewinnt, schrumpfen die Einnahmen aus den Offlineexemplaren auf der einen Seite und damit auch die Werbeeinnahmen (die kürzlich aber auch aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgehen.

Hält dieser Trend an oder verstärkt er sich, könnte den Verlagen das Geld ausgehen. Befürchten sie selbst zumindest. Eine Lösung dafür sollen in zukunft kostenpflichtige Onlineangebote sein. Nachrichten nicht mehr frei Haus über das Internet, sondern nur noch gegen bares. Ich persönlich frage mich warum diesen Portalen die Idee erst jetzt kommt. Bereits vor mehreren Jahren, haben etwa Computerspielmagazine Onlineausgaben und Premiumdienste angeboten um im Internet Geld abschöpfen zu können.

Der Erfolg ist jedoch bisher eher bescheiden geblieben, nur warum? Einerseits gibt es viele Konkurrenten denen die Werbeeinnahmen reichen und damit Informationen weiterhin kostenlos anbieten können. Andererseits wurden die Onlineangebote oft stiefmütterlich behandelt: Entweder der Preis war identisch zum herkömmlichen Medium - also keinen Vorteil fürden Abonennten eher im Gegenteil. Hatte man einmal den Kauf abgeschlossen musste man sich mit kompliziert kündbaren Abos herumärgern. Oder die Kopie ist im Datennirvana des Rechners verschwunden, was eine widerherstellung nach längerer Zeit oft einem Neukauf gleichkommt. Und nicht zuletzt ist eine 1zu1 Umsetzung von Printausgabe im Web ohne echten Mehrwert verküpft.

Wer also bisher offline liest, wird nie auf online umsteigen, wenn es keine Vorteile bringt. Wer bereits online liest, der wird sich auf die günstigsten Angebote beschränken. Newsaggregatoren welche die veröffentlichten Texte einsammeln sind so auch hier stets beliebt von Onlinelesern und gehasst von Herausgebern, weil sie dort nicht mal mehr von ihrer platzierten Werbung profitieren können. Wer also Onlinedienste anbieten möchte, muss sich etwas einfallen lassen um seine Kundschaft nicht zu verprellen und neue anlocken zu können. Da sind natürlich kreative Ideen gefragt, aber über kurz oder lang stehe ich dem bezahlten Online-News-Abo mit Mehrwert aufgeschlossen gegenüber.

Dies könnte auch der bisher kleinen, deutschen Blogospäre einen Schub verschaffen. Die News die hinter Bezahlabos veröffentlicht werden, können dann - natürlich unter Beachtung des Zitatrechts - online in den Blogs diskutiert werden. Diese werden damit indirekt für ein Angebot werben, dass initial von irgendjemand bezahlt wurde. Andererseits sind die privaten und kostenlosen Blogs weiterhin für jedermann lesbar. So könnte sich das Web in zwei Gruppen teilen. Die jenigen die Premiumdienste nutzen (worunter einige die Neuigkeiten in die Blogwelt tragen) und andere die ausschließlich die übriggebliebenen kostenlosen Angebote nutzen.

Sofern also die Industrie das Angebot nur gut genug macht, dass es sich lohnt dafür einen fairen Preis zu bezahlen, dann können sie damit durchaus Geld verdienen. Allerdings werden sie damit leben müssen, dass sie zitiert werden und die Themen in das Netz gelangen und dort diskutiert werden. Aber anstatt diesem Phänomen entgegenzugehen, sollten Sie es fördern. Etwa wie Youtube, die es jedem ermöglichen, ein Video in seine Webseite einzubinden, so viel einfacher würde das mit redaktionellem Text funktionieren. So könnte ordentlich zitiert werden, der Urheber hätte automatisch einen Link auf seine Angebote und könnte gleichzeitig geschickt Werbung platzieren.

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Allgemein

Piraten Plagiate in der Politik

by Vash 3. August 2009 20:02

Es ist Wahlkampf, das heisst da können Politiker aus der SPD schon mal 4.000.000 (in Worten vier Millionen) Arbeitsplätze versprechen. Kopieren wird das sicher niemand. Die Idee ist zwar gut gemeint, aber dass sie ernsthaft umsetzbar ist, daran zweifelt so mancher, insbesondere die politischen Gegner. Wahrscheinlich will die SPD ihren aussichtslos erscheinenden Wahlkampf mit einem noch aussichtsloseren Programm untermauern und versucht somit populistisch Wählerstimmen zu fischen.

Öfter kopiert als das 4-Mio.-Konzept der SPD ist da die Piratenidee. Dies ist ein Ausdruck von Ernst genommen werden.

  • Die DVU titelt zaghaft "Wir sind Piraten" - weil sie sich im Fahrwasser der Freiheit, welche die Piraten propagieren, einfinden möchten. Jeder aufmerksame Leser der DVU Webseite wird merken, dass sie es damit nicht so ernst meinen. Spätestens beim Stichwort Multikulti und Religionsfreiheit, ists vorbei mit der Freiheit. Die echten Piraten behandeln Menschen "ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen." (Auszug aus der §1, Abs. 1 der Satzung der Piratenpartei)
  • Die CDU wittert bei Twitter potentielle Wähler uns positioniert sich dort unter dem Label CDU Piraten. Ob es sich hierbei um die echte CDU handelt ist nicht klar - Professionalität lässt sich aber schonmal nicht erkennen. Ein Wiki der CDU Piraten wurde bei einem Drittanbieter gehostet und von aufmerksamen (echten) Piraten gleich mit Leben gefüllt und macht die Leser auf die Datenschutzentgleisungen der Union aufmerksam.
  • Die ersten der "falschen" Piraten waren aber eindeutig die SPD-Piraten. Angefangen auf einem halbherzig geführten Blog, werben sie nun auf einer aufgeräumt wirkenden Webseite für die Internetpolitik der SPD und sammelt bei Facebook SPDler ein, die nicht mit dem Internet-o-phoben Kurs der SPD Patriarchen einverstanden sind. Leider vergessen sie dabei, dass der regierungsbildende Teil der SPD diese Gruppierung bestenfalls als "medial unerwünscht" abkanzelt. Vielleicht hätten sie lieber Herrn Tauss folgen sollen, der in ungeahnter Konsequenz seine politische Heimat direkt zu den echten PIRATEN verlagert hat.

Wer weitere Hinweise für PIRATEN Plagiate findet, der möge die obige Liste doch bitte vervollständigen.

Und immer dran denken: Wo Piraten davor steht muss noch lange nicht Partei drin sein. Nur die "Piratenpartei" hält den Kurs. Landratten aus CDU und SPD versuchen nur die günstigen Winde aus unseren Gewässern zu nutzen um sich bei unserer Wählerschaft zu profilieren. Eigentlich ein echtes Kompliment, danke!

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Pirat

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