Taliban-Taktik

by Vash 3. März 2007 15:26

"Wenn die Kämpfer im ganzen Land Attacken verüben, weiß man nicht mehr, wie man sich aufteilen soll", zitiert SPIEGEL-Online einen pakistanischen Taliban-Experten namens Ahmed Raschid. Fragt sich nur wer ihn zum Experten für Talibans gemacht hat. Meiner Meinung nach ist ein Experte entweder ein Insider (also wäre er in diesem Fall selber Taliban) oder ein Aufschneider.

Wenn also die Kämpfer nun endlich eine Guerillataktik einschlagen, dann muss man sie eigentlich beglückwünschen. Hoffentlich haben sie sich das nicht im Film "Der Patriot" abgeschaut, sonst sehe ich schwarz für dort stationierten Truppen. Vielleicht meinte Herr Raschid ja eigentlich: "Wenn die Kämpfer im ganzen Land Attacken verüben, weiß man gar nicht mehr wohin man flüchten soll". Da es sich bei der NATO ja auch um Militär handelt, frage ich mich wieso diese sich denn aufteilen soll? Hoffentlich haben sich diese wiederum nichts von diversen Hollywood Helden abgeschaut - denn diese neigen sich ja meist aufzuteilen, in aller Regel zu ihrem eigenen Nachteil.

Gemeint ist wohl der Schutz der Bevölkerung. Wird diese angegriffen hat die NATO natürlich ein Problem rechtzeitig vor Ort zu sein; hat sie es sich eigentlich selber aufgelegt die Kavallerie zu spielen? Das die immer zu spät kommt weiß man spätestens seit Lucky Luke - da hilft auch keine schnelle Eingreiftruppe (es sei denn sie wird von Luky Luke selbst angeführt). Viel mehr erschüttert hat mich folgender Satz:

Ob man dem Ansturm von Selbstmordattentätern damit Herr wird, ist fraglich. "Talibs brauchen für die neue Strategie keine Ausbildungslager [...] mehr"

Also bitte! Das ist ja wohl eine Beleidigung für jeden Taliban. Die wussten auch schon vor der alten neuen Taktik, dass man auf einen Knopf drücken muss das was passiert. So unterschiedlich zu einem Abzug an einer Kalschnikov ist das ja nun wirklich nicht. Wofür denn da noch Ausbildungslager? Logisch, rote Köpfe können sogar Kinder bedienen und die haben wahrscheinlich sogar noch Spaß daran. Ich frage mich aber ernsthaft ob sich ohne eine intensive Beeinflussung eines Menschen, wirklich so einfach ein Selbstmordattentäter findet.

"Hey Schorsch, die NATO braucht mal wieder was vor den Latz."
"Alles klar, ich spreng mich mal kurz in die Luft." ...

So oder so ähnlich passiert das wohl doch nicht, sonst würde sich das Talibanproblem auf Dauer ja von ganz von alleine lösen. Natürlich sollte die NATO in diesem Fall versuchen die Pappkameraden anstelle von echten Soldaten voraus zu schicken um einschneidende Verluste zu vermeiden.

Wir haben übrigens nachgeforscht und Ahmeds Homepage gefunden: Obwohl dies weniger eine Homepage ist als eine Werbeplattform für seine geistigen Ergüsse. Als Korrespondent für den "Daily Telegraph" wurde er für "mutige" Berichterstattung ausgezeichnet. Wir sind auch mutig und zitieren ein Zitat des SPIEGEL-Online noch ein weiteres mal:

"Jeder von Bomben getötete Afghane, egal ob Kämpfer oder Zivilist, produziert mindestens zwei neue Kämpfer"

Sind das die Traumata eines Kriegsveteranen? Oder die eines Zombiefilmguckers oder Killerspielspielers? Zerrissen von den eigenen Granaten kann ein großer Kämpfer natürlich nach einem Kampf so aussehen wie zwei kleine. Unkaputtbar wie die Mentalität der Gotteskrieger könnten sie selbst ja auch sein. Sollte diese Statistik natürlich authentisch sein, bleibt die Frage warum man überhaupt noch Bomben werfen sollte?

Lösungsansätze bietet da die Bundeswehr mit Hilfe der Luftaufklärung, mit der Hoffnung dass aufgeklärte Talibankämpfer lieber zu Hause bei Heim und Kind bleiben. Blog-Basta meint aber dass statt Tornados ein Dr. Sommer-Team mit ein paar BRAVO-Magazinen bewaffnet dort besser aufgehoben wäre.

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Satire

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