Print vs. Web

by Vash 15. August 2009 11:29

Die großen Zeitungen der klassischen Printmedien betreiben auch mehr oder weniger umfangreiche Portale im Internet. Zum Beispiel Spiegel Online als eines seiner erfolgreichsten Vertreter. Die Printmedien machen sich aber in letzter Zeit verstärkt sorgen um Ihre Existenz, denn während das Internet an Bedeutung gewinnt, schrumpfen die Einnahmen aus den Offlineexemplaren auf der einen Seite und damit auch die Werbeeinnahmen (die kürzlich aber auch aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zurückgehen.

Hält dieser Trend an oder verstärkt er sich, könnte den Verlagen das Geld ausgehen. Befürchten sie selbst zumindest. Eine Lösung dafür sollen in zukunft kostenpflichtige Onlineangebote sein. Nachrichten nicht mehr frei Haus über das Internet, sondern nur noch gegen bares. Ich persönlich frage mich warum diesen Portalen die Idee erst jetzt kommt. Bereits vor mehreren Jahren, haben etwa Computerspielmagazine Onlineausgaben und Premiumdienste angeboten um im Internet Geld abschöpfen zu können.

Der Erfolg ist jedoch bisher eher bescheiden geblieben, nur warum? Einerseits gibt es viele Konkurrenten denen die Werbeeinnahmen reichen und damit Informationen weiterhin kostenlos anbieten können. Andererseits wurden die Onlineangebote oft stiefmütterlich behandelt: Entweder der Preis war identisch zum herkömmlichen Medium - also keinen Vorteil fürden Abonennten eher im Gegenteil. Hatte man einmal den Kauf abgeschlossen musste man sich mit kompliziert kündbaren Abos herumärgern. Oder die Kopie ist im Datennirvana des Rechners verschwunden, was eine widerherstellung nach längerer Zeit oft einem Neukauf gleichkommt. Und nicht zuletzt ist eine 1zu1 Umsetzung von Printausgabe im Web ohne echten Mehrwert verküpft.

Wer also bisher offline liest, wird nie auf online umsteigen, wenn es keine Vorteile bringt. Wer bereits online liest, der wird sich auf die günstigsten Angebote beschränken. Newsaggregatoren welche die veröffentlichten Texte einsammeln sind so auch hier stets beliebt von Onlinelesern und gehasst von Herausgebern, weil sie dort nicht mal mehr von ihrer platzierten Werbung profitieren können. Wer also Onlinedienste anbieten möchte, muss sich etwas einfallen lassen um seine Kundschaft nicht zu verprellen und neue anlocken zu können. Da sind natürlich kreative Ideen gefragt, aber über kurz oder lang stehe ich dem bezahlten Online-News-Abo mit Mehrwert aufgeschlossen gegenüber.

Dies könnte auch der bisher kleinen, deutschen Blogospäre einen Schub verschaffen. Die News die hinter Bezahlabos veröffentlicht werden, können dann - natürlich unter Beachtung des Zitatrechts - online in den Blogs diskutiert werden. Diese werden damit indirekt für ein Angebot werben, dass initial von irgendjemand bezahlt wurde. Andererseits sind die privaten und kostenlosen Blogs weiterhin für jedermann lesbar. So könnte sich das Web in zwei Gruppen teilen. Die jenigen die Premiumdienste nutzen (worunter einige die Neuigkeiten in die Blogwelt tragen) und andere die ausschließlich die übriggebliebenen kostenlosen Angebote nutzen.

Sofern also die Industrie das Angebot nur gut genug macht, dass es sich lohnt dafür einen fairen Preis zu bezahlen, dann können sie damit durchaus Geld verdienen. Allerdings werden sie damit leben müssen, dass sie zitiert werden und die Themen in das Netz gelangen und dort diskutiert werden. Aber anstatt diesem Phänomen entgegenzugehen, sollten Sie es fördern. Etwa wie Youtube, die es jedem ermöglichen, ein Video in seine Webseite einzubinden, so viel einfacher würde das mit redaktionellem Text funktionieren. So könnte ordentlich zitiert werden, der Urheber hätte automatisch einen Link auf seine Angebote und könnte gleichzeitig geschickt Werbung platzieren.

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